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Karlheinz Grabmann

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Ihr Ansprechpartner im Ortsbeirat 8

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Zwischen Pflichtgefühl und Bürokratie: Warum unsere Gesellschaft ohne den gesunden Menschenverstand verroht

Ein sauberer Gehweg, ein freundliches Wort auf der Straße, ein Frühstück für Schulkinder – für meine Generation waren diese Dinge keine Fragen des Geldes oder der großen Politik. Sie waren Ausdruck des gesunden Menschenverstands, getragen von Werten, Disziplin und einem gemeinsamen Verantwortungsgefühl für unser Zusammenleben. Ich habe diese Werte in meiner Jugend noch von der Pike auf gelernt, unter anderem beim Pflichtwehrdienst. Auch wenn ich heute aus tiefster Überzeugung für den Frieden einstehe und die Bundeswehr als Institution für mich keine Option mehr ist: Die Prinzipien, die ich dort über Ordnung, Sauberkeit und das Einstehen für die Gemeinschaft gelernt habe, waren und sind für mich zeitlebens unabdinglich.

Heute, mit 78 Jahren, blicke ich auf unsere Stadt Frankfurt am Main und stelle fest: Dieses Fundament droht in atemberaubender Geschwindigkeit zu zerbröseln. Wir erleben eine schleichende Verrohung, eine Zunahme von sozialer Isolation und eine wachsende Unfähigkeit der Menschen, überhaupt noch vernünftig miteinander umzugehen. Die Kommunikation fehlt an allen Ecken und Enden. Statt im echten Leben Erfahrungen zu sammeln, auf Bäume zu klettern, Risiken einzugehen und dadurch echte Kreativität zu entwickeln, flüchten sich viele Menschen heute in die totale Anonymität digitaler Scheinwelten. Für jede alltägliche Kleinigkeit wird das Smartphone gezückt. Die eigene Intuition verkümmert, und wir orientieren uns kollektiv an den völlig Falschen – an virtuellen Selbstdarstellern statt an den Menschen, die im realen Leben etwas leisten.

Das „Titanic-Gefühl“ vor unserer Haustür

Wenn ich mich heute durch Frankfurt bewege, spüre ich bei vielen Bürgern ein tiefes, lähmendes Gefühl. Es fühlt sich an, als hätten wir alle gemeinsam eine Reise auf der Titanic gebucht. Wir sehen die großen Risse in der Weltordnung nicht mehr nur weit weg in den Fernsehnachrichten, wir sehen sie hier vor Ort ungefiltert direkt vor unseren Augen.

Der extreme Kontrast zwischen Arm und Reich prallt unbarmherzig aufeinander. Die Ängste vor Krieg und der Verlust von Frieden spiegeln sich in den Sorgen der Menschen wider. Wir erleben einen tiefen Wandel der Religionen, einen rasanten Werteverlust, die sichtbare Vermüllung unserer Straßen und eine wachsende Brutalität im Umgangston. Es fehlt schlicht der gesunde Menschenverstand. Viele Menschen kommen mit der Komplexität und der Geschwindigkeit dieser Welt psychisch überhaupt nicht mehr klar. Als Ortsbeiratsmitglieder und Klimalotsen sehen wir die extremen Auswüchse dieser seelischen Überforderung immer häufiger direkt vor Ort – wie das traurige Phänomen des Messietums, bei dem Menschen in ihren eigenen vier Wänden jeden Halt und jede Struktur verlieren.

Mein persönlicher Gegenentwurf: Das Vorbild zählt

Ich habe mir vor zwei Jahren noch einmal ganz fest vorgenommen, nicht resigniert zuzuschauen, sondern als Vorbild zu dienen. Wenn Werte verloren gehen, müssen wir sie aktiv vorleben. Deshalb bin ich heute – neben meiner über 10-jährigen Arbeit als parteiloses Mitglied im Ortsbeirat – in gleich vier verschiedenen Bereichen ehrenamtlich aktiv:

  • Beim Schulfrühstück („Brotzeit“): An einer Förderschule helfe ich am Frühstücksbuffet, um Kindern Struktur und Zuwendung für den Tag zu geben. Es macht mich glücklich zu sehen, wie dankbar die Kleinen sind – und es macht mich traurig zu wissen, dass viele Familien diese grundlegende Fürsorge heute nicht mehr leisten können.
  • Als Fit Buddy: Ich begleite Menschen bei Spaziergängen, um der Einsamkeit und der lähmenden Anonymität in der Großstadt ein Stück weit entgegenzuwirken.
  • Als Klimalotse & im Ortsbeirat: Hier kämpfe ich an vorderster Front gegen die zunehmende Vermüllung und für den Erhalt unseres Lebensraumes.

Das bittere Paradoxon: Der Staat als Bremsklotz

In all diesen Ämtern erlebe ich wunderschöne Lichtblicke der Dankbarkeit, sowohl bei den Kindern als auch bei den älteren Menschen. Das gibt mir die Kraft. Aber auf der anderen Seite sehe ich ein massives strukturelles Problem, das mich zusätzlich schwer belastet: Immer wenn die Politik es nicht schafft, schafft sie ein Ehrenamt. Wir Ehrenamtlichen reparieren Tag für Tag das, was der Staat und die Institutionen nicht mehr auffangen.

Doch statt uns diese gesellschaftlich überlebenswichtige Arbeit so leicht wie möglich zu machen, legt uns das System Steine in den Weg. Wer aus tiefstem Herzen anpackt und dabei über die steuerlichen Pauschalen hinausgeht, wird vom Staat auch noch steuerlich belastet und mit Bürokratie überhäuft. Das ist an Absurdität kaum zu überbieten. Das nimmt dem Ehrenamt die Leichtigkeit und führt verständlicherweise zu tiefem Frust.

Warum wir Demokratie neu denken müssen

Die Dinge, die heute landauf, landab als „Demokratie“ bezeichnet werden, müssen wir dringend in Frage stellen. Denn Freiheit in einer echten Demokratie heißt ganz und gar nicht: „Ich kann machen, was ich will.“ Freiheit ohne Pflichten, ohne Werte und ohne Rücksichtnahme führt unweigerlich zu egoistischer Zügellosigkeit – genau das sehen wir auf den vermüllten Straßen Frankfurts. Eine funktionierende Demokratie lebt zwingend vom gegenseitigen Respekt und dem Dienst an der Gemeinschaft.

Um hier endlich etwas zu bewegen und die Missstände in unserer Stadt sichtbarer zu machen, habe ich als Parteilose gemeinsam mit den Bürgern für Frankfurt (BFF) eine Fraktion gebildet und eine umfassende Antragsoffensive im Ortsbeirat gestartet. Ich habe die Hand bewusst zu interfraktionellen Anträgen ausgestreckt – denn Sauberkeit, soziale Fürsorge und Menschenwürde sollten keine Parteifarben kennen. Dennoch spüre ich bereits im Ansatz eine vorsichtige, ablehnende Haltung bei den etablierten Kräften. Man bewegt sich lieber in den alten, starren Rastern, statt pragmatisch anzupacken.

Aber ich sehe in reinem Papier ohnehin nicht den alleinigen Schlüssel zum Erfolg. Eine Antragsoffensive verändert erst einmal kein Bewusstsein und bringt den gesunden Menschenverstand nicht per Gesetz zurück. Der echte Wandel passiert dort, wo wir die Ärmel hochkrempeln, einander wieder in die Augen schauen, miteinander reden und füreinander einstehen. Ich werde jedenfalls nicht müde, diesen Finger in die Wunde zu legen – im Ortsbeirat, in der Schule und auf der Straße. Denn unsere Stadt und das menschliche Miteinander sind es wert, dass wir um sie kämpfen.

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.

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Karlheinz Grabmann
Heddernheimer Landstr. 99
60439 Frankfurt am Main
Telefon: 069-579654
Mobil: 01749019715
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